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26.5.17

Ein Land...

Wo nachts Laternen Funken sprühen
Und Dornen an Fassaden sprießen.
Wo Städte unheilvoller glühen
Und Regenrinnen Blut vergießen.

Wo dunkle Täler schaurig beben
Und grüne Wiesen schwarz sich färben.
Wo Berge ihre Stimmen heben
Und alle Wesen langsam sterben.

Wo ist das Land, wo Stürme toben?
Es ist nicht hier, ich kann’s nicht sehen.
Sind diese Bilder bloß erlogen?

                                        Es ist nicht hier, ich will's verstehen.
                                        Ist das der Zukunft dunkler Schein?                                                                                  Wird dieses Land bald unsres sein?

14.5.17

Nachtsichel

Im weiten Äther hält die Sichel ihre Wacht,
Sie scheint am bläulich dunklen Firmament der Nacht.
Prangt über jedem stumpfen Stamm und schlafend Käfer,
Behütet stumm den schweigend Hain als heller Schäfer.

Im lauen Dunst, der düster von den Bäumen hängt
Ein Pilz im Laub sich still an seine Nachbarn drängt.
Ein ferner Vogelruf tönt einsam durch die Luft,
Die Würmer bohren in der feuchten Erdengruft.

Im tiefen Schlummer, der die Welt in Träume wiegt 
Die Toten ruhn und alles Menschenblut versiegt. 
Der Zeitenfluss wogt still und voll in Harmonie;
                                        So klingt an deinem Grab die schwarze Melodie. 

27.4.17

Was ich will

Suchst du nach Macht?

Ich suche nach Macht. Nach Macht über mich selbst. Keine Sekunde länger will ich mir von Werbeplakaten sagen lassen, was ein Mensch braucht um attraktiv oder erfolgreich zu sein. Nie mehr will ich süchtig sein nach Alkohol, Zigaretten, Fernsehen, Facebook, Snapchat, Videospielen, Shoppen gehen und so weiter. 
Ich will einfach nur die Macht haben um das zu tun, was ich will und was mir gut tut. 
Ich will mich zurückhaben!

5.4.17

Alte Tage

Feuchtes Gras im leuchtend' Wetter,
Roter Glanz der alten Tage.
Reife Früchte, grüne Blätter; 
Sie zu finden ich versage. 

Erde schwarz und ausgezehrt. 
Nichts ist übrig, alles tot 
Von der Welt, die uns genährt. 
Asche spuckt der menschlich Schlot. 

Herren über Luft und Erd', 
Sklaven von System und Geld. 
Neuer Mensch bringt nur Verderb;
Jede Hoffnung ist zerschellt.

17.3.17

Höllenschmiede


Sie lodert unter eines dunklen Gottes Gunst:
Die Schmiede, speiend gleißend gold’ne Flammenzungen.
Sie ist das schwarze Bollwerk toter Arbeitskunst,
Die niemals je ein Hall von sterblich’ Laut durchdrungen.

Gefüllt mit Sklaven, die im Werke harmonieren.
Gestalten voll mit dunkler Kraft, doch ohne Leben,
Die blind in jener Gruft das Böse produzieren,
Sind ihrem transzendenten Meister stumm ergeben.

Es windet sich durch ihre Halle aus Titan
Die schwarze Schlange, augenlos und laut vibrierend.
                                       Im Namen ihres Herrn, als niederes Organ,
                                       Schon seit dem ersten Tag die Unterwelt regierend.

                                       Mit Händen, Hämmern und Maschinen wird gehackt,
                                       Die schwere Arbeit ohne Unterlass verrichtet.
                                       Aus blutend’ Fels entsteht okkultes Artefakt,
                                       Bis jede Spur von Licht und Liebe ist vernichtet.

                                       Der Stein am Schlangenleib rollt still den Schlund hinauf,
                                       Den finstern Weg am Fuß der Industrie beendet.
                                       Der Schmiedemeister schlägt den Zauber obendrauf.
                                       Mit brüllendem Inferno ist das Werk vollendet.

                                       Vor jedem Leben, das der Gott dem Mensch verleiht,
                                       Wird Ungebornen Tod und Schicksal eingebrannt.
                                       Der schwarze Stein im Geiste hat es prophezeit,
                                       Auf dass der künstlich Mensch wird tot zurückverbannt.

26.1.17

Eiswolf – Blut und Schnee



Ich streife hungernd durch die weitläufige Waldebene. Ein dunkelgrüner Stachelteppich, gehüllt in bitteren Frost. Graue Wolkentürme trüben die wenigen Sonnenstrahlen. Einsam und ziellos kämpfe ich mich durch das diesige Schneetreiben, vorbei an gefrorenen Seen und umgestürzten Baumstämmen. Wie ein Wolf mit lahmem Bein wate ich durch die weißen Massen, so hart und kalt wie tote Körper. Die dreckigen Schuhe knirschen im Tiefschnee. Unten knacken meine Knochen, oben zittern die Tannen, warten finster auf meinen letzten kalten Atemzug.