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17.3.17

Höllenschmiede


Sie lodert unter eines dunklen Gottes Gunst:
Die Schmiede, speiend gleißend gold’ne Flammenzungen.
Sie ist das schwarze Bollwerk toter Arbeitskunst,
Die niemals je ein Hall von sterblich’ Laut durchdrungen.

Gefüllt mit Sklaven, die im Werke harmonieren.
Gestalten voll mit dunkler Kraft, doch ohne Leben,
Die blind in jener Gruft das Böse produzieren,
Sind ihrem transzendenten Meister stumm ergeben.

Es windet sich durch ihre Halle aus Titan
Die schwarze Schlange, augenlos und laut vibrierend.
                                       Im Namen ihres Herrn, als niederes Organ,
                                       Schon seit dem ersten Tag die Unterwelt regierend.

                                       Mit Händen, Hämmern und Maschinen wird gehackt,
                                       Die schwere Arbeit ohne Unterlass verrichtet.
                                       Aus blutend’ Fels entsteht okkultes Artefakt,
                                       Bis jede Spur von Licht und Liebe ist vernichtet.

                                       Der Stein am Schlangenleib rollt still den Schlund hinauf,
                                       Den finstern Weg am Fuß der Industrie beendet.
                                       Der Schmiedemeister schlägt den Zauber obendrauf.
                                       Mit brüllendem Inferno ist das Werk vollendet.

                                       Vor jedem Leben, das der Gott dem Mensch verleiht,
                                       Wird Ungebornen Tod und Schicksal eingebrannt.
                                       Der schwarze Stein im Geiste hat es prophezeit,
                                       Auf dass der künstlich Mensch wird tot zurückverbannt.

26.1.17

Eiswolf – Blut und Schnee



Ich streife hungernd durch die weitläufige Waldebene. Ein dunkelgrüner Stachelteppich, gehüllt in bitteren Frost. Graue Wolkentürme trüben die wenigen Sonnenstrahlen. Einsam und ziellos kämpfe ich mich durch das diesige Schneetreiben, vorbei an gefrorenen Seen und umgestürzten Baumstämmen. Wie ein Wolf mit lahmem Bein wate ich durch die weißen Massen, so hart und kalt wie tote Körper. Die dreckigen Schuhe knirschen im Tiefschnee. Unten knacken meine Knochen, oben zittern die Tannen, warten finster auf meinen letzten kalten Atemzug.

4.1.17

Am Bahnhof

Eine Person sitzt auf einer Bank im Wartebereich des riesigen Konstrukts aus Metall und Beton. Ihr Blick wühlt sich durch das Meer von Menschen, das aus unzähligen Schnellbahnstationen und Zugangstunneln strömt. Unter der Erde spült eine U-Bahn Hunderte heran die, auf Rolltreppen oder in Aufzüge gezwängt, ihren Weg nach oben besteigen. Sie wuseln wild durcheinander. Gehend, schlendernd, humpelnd, rennend. Jedes Paar Beine sucht sein eigenes Ziel.

1.1.17

Update (Covers)

Von nun an hat jede Geschichte ein eigenes Cover. Sieht doch viel besser aus ;)
Ich wünsche weiterhin viel Vergnügen mit meinen Werken!

27.11.16

Herbstgedanken


Es gibt nur uns

Es gibt nur uns.
Du und ich in einem zeitlosen Raum.
Auf ewig in einem Moment gebannt,
in dem sich unsere Lippen berühren,
unsere Hände verlieren,
unsere erhitzten Körper aneinander pressen,
verschmelzen, zusammenfließen und eins werden.